Der bis heute bekannteste König von Bayern - Ludwig Otto Friedrich Wilhelm - genannt „Ludwig II. von Bayern“ wird auch als Märchenkönig bezeichnet. Dies resultiert vor allem daraus, dass der König als leidenschaftlicher Hobby-Architekt und Schlossbauherr bekannt war und sich bis zu seinem Tod zahlreiche eindrucksvolle Schlösser, darunter zum Beispiel
Schloss Neuschwanstein,
Schloss Herrenchiemsee oder
Schloss Linderhof bauen ließ.
Geboren wurde der König am 25 August 1845 auf
Schloss Nymphenburg in München. Bereits im Alter von 18 Jahren wurde er nach dem Tod seines Vaters Maximilian zum König von Bayern proklamiert. Am 14. März 1864 präsentierte sich der neue König erstmals seinem Volk.
Über das Privatleben des Königs ist bis heute relativ wenig bekannt, außerdem gibt es zu vielen Details verschiedene Ausführungen. Sicher ist, dass der König nie verheiratet war, sich aber am 22. Januar 1867 mit Sophie, der jüngeren Schwester der österreichischen Kaiserin Elisabeth, verlobte. Weil seine Verlobte sich jedoch schon kurz nach der Verlobung in einen anderen Mann verliebte, schob der König die Hochzeit immer weiter hinaus und löste schließlich die Verlobung auf. Die Öffentlichkeit bekam jedoch von den wahren Gründen der Verlobungslösung nichts mit und gab dem König die Schuld an diesem Fauxpas.
Anschließend erlosch das Interesse des Königs am anderen Geschlecht fast vollständig, so dass er - zumindest öffentlich - keine Verhältnisse mehr mit einer Frau hatte. Einige Experten wollen deutliche Anzeichen dafür gefunden haben, dass der König homosexuelle Neigungen hatte. Dies gilt jedoch bis heute nicht als bewiesen.
Mit dem eigenen Leben unzufrieden und durch diverse Kriege gebeutelt, wandte sich der König in den folgenden Jahren immer mehr seinem Hobby zu und baute daraufhin zahlreiche heute bekannte Schlösser. Auf diese zog er sich mehr und mehr zurück und sprach schließlich dem Alkohol in großen Mengen zu. Für den Bau seiner Schlösser musste er immer größere Geldbeträge aufbringen, so dass seine finanziellen Mittel bald vollständig erschöpft waren und er fortan Kredite aufnehmen musste.
Aufgrund der zunehmenden privaten Probleme und dem damit verbundenen schlechten Gesundheitszustand wurde der König am 9. Juni 1886 durch die bayerische Regierung entmündigt. Von diesem Schock erholte sich Ludwig II. nicht mehr, er starb schließlich vier Tage später, am 13. Juni 1886 im
Starnberger See - der damals noch Würmsee genannt wurde - dicht am Ufer. Die genauen Umstände sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Angeblich wollte der Arzt, welcher den König auf seinem Spaziergang am See begleitet hatte, diesen von einem Selbstmordversuch abringen und kam dabei selbst mit zu Tode. So die offizielle Version zum Tode Ludwigs II. Einige glauben jedoch bis heute, dass der König in Wirklichkeit ermordet wurde. Eine endgültige Aufklärung wird es wohl nie geben.